Stress und Autoimmunerkrankungen

Stress und Autoimmunerkrankungen

Heute möchte ich nochmal Erkenntnisse zum Thema Stress und Autoimmunerkrankungen mit Euch teilen.

Zunächst einmal ein paar harte wissenschaftliche Fakten dazu:

• Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen negativen Emotionen wie Ärger, Angst, Getriebensein und dem Entgleisen des Immunsystems.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24943894

• Der Ausbruch von MS und späteren Schüben steht in Zusammenhang mit emotionalem Stress
http://gentlederm.com/articles/2016/Mast-cells-MS-strress-Autoimm-Rev-2013.pdf

• Entzündungen im Gehirn und Nervensystem werden durch negative Emotionen getriggert und aufrechterhalten. Sogar der Abbau von Hirnmasse wird durch negative Emotionen begünstigt und scheint ein wichtiger Faktor bei Parkinson und Alzheimer zu sein.
https://scholar.google.com.br/scholar?hl=pt-BR&q=depression+inflammation+brain&lr=&oq=depression+inflamma

• Traumatische Erfahrungen wie z.B. Gewalt und Missbrauch in der Kindheit begünstigen Entzündungsgeschehen und das Entstehen von Autoimmunerkrankungen in späteren Jahren
https://scholar.google.com.br/scholar?hl=pt-BR&q=depression+inflammation+brain&lr=&oq=depression+inflamma

Das allein sollte eigentlich für jede Person mit einer Autoimmunerkrankung – eigentlich auch für alle „Normalgesunden“ – ein Schlag mit dem Zaunpfahl vor die Birne und ein Weckruf sein!

 

Zusätzlich möchte ich aber meine persönliche Erfahrung mit Euch teilen: Bereits im aktiven MS-Geschehen der letzten Jahre konnte ich einen sehr klaren Zusammenhang zwischen dem Verlauf der MS und meiner Tendenz zu Überengagement, Missachtung meiner körperlichen und seelischen Bedürfnisse und einer überschiessend heftigen Stressreaktionen beobachten.

Glücklicherweise habe ich schon in jungen Jahren gelernt, dass man seine „seelischen Altlasten“ mit Hilfe von Psychotherapie, Selbsterfahrung und wohlwollender Begleitung sehr effektiv aufräumen kann. Das hat zwar die MS nicht zum Stillstand gebracht, aber sicher dazu beigetragen, dass ich in den ersten zehn Jahren einen recht milden Verlauf und insgesamt ein sehr zufriedenes und erfolgreiches Leben hatte. Wenn ich auf die Zeit ab 2012 zurückblicke, in der die MS anfing, sehr hässlich zu werden, sehe ich heute, dass mich meine alten Muster „auf hohem Niveau“ eingeholt haben. Ich habe mir im Job viel zu viel zugemutet, privat für zu wenig Ruhe und Ausgleich gesorgt und mich in dem alten Grundmuster verfangen von „muß mich ganz doll anstrengen damit die Welt nicht untergeht“.

Dieses Muster holt mich auch heute oft noch ein: In 04/2017 erlebte ich auf Grund Überanstrengung und seelischem Stress trotz Remission durchs Coimbraprotokoll wieder Symptome und meine Blutwerte verschlechterten sich, so dass eine weitere Dosissteigerung notwendig war.

Diesen Sommer durfte ich das positive Gegenteil erleben: In den Urlaub gestartet bin ich mit Symptomen wie Schmerzen, Fatigue in der zweiten Tageshälfte, leichter Spastik am Abend. Drei Wochen Urlaub, davon zwei Wochen Meditation und Selbsterfahrung, Entspannung, Körpertherapie und sehr ruhiger Lebenslauf. Täglich Yoga, Sport, Schwimmen und Sonnen, regelmässige therapeutische Gespräche, sehr viel Meditation und Entspannung, gesundes Essen, Ruhe und regelmässiger Schlaf. Schon lange ging es mir nicht mehr so gut! Ich hatte am Ende des Meditationsretreats gar keine Symptome mehr, habe in der zweiten Woche keinerlei Schmerzmittel eingenommen und mich wach, kräftig und weitestgehend gesund gefühlt.

Jetzt habe ich eine Woche Berlin hinter mir: Unregelmässiger und zu wenig Schlaf in einem fremden, viel zu harten Bett. Montag bis Mittwoch habe ich mit hoher Konzentration viele Gespräche wegen des Coimbraprotokolls geführt, zu lange gesessen, mich zu wenig bewegt und der Lärm und die Hektik der Großstadt haben ihr Übriges getan. Das Resultat: Seit Mittwochabend wieder Schmerzen und leichte Spastik in den Füssen und am Hals, Schluckbeschwerden und Erschöpfung. Gestern Abend wieder Schmerzmittel und Muskelrelaxans nötig zum Schlafen. Mein Körper erinnert mich ganz klar daran, dass er „Sonderbedürfnisse“ hat, die nicht verhandelbar sind! Und ein Gespräch mit dem wunderbaren Christian Meyer, der Meditationslehrer und Diplom Psychologe, bei dem ich im Retreat war und der hier in Berlin ansässig ist, rückte mir auch innerlich wieder die Perspektive zurecht: Das Muster, sich zu verausgaben und die Emotionen nicht zu spüren die einem eigentlich sagen, wann es genug ist, sitzt tief. So darf ich also selbst noch weiter lernen, gut zu mir zu sein, und meine Emotionen und Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Und es ist mir wichtig, Euch alle auf den Faktor emotionale Stabilität und Gelassenheit hin zu weisen: Wer meint, dass „Vitamin D einschmeissen“ und die korrekte B2 oder Omega 3 Dosierung ausreichen, um weiter ein hektisches und unglückliches Leben zu leben, der irrt sich! Emotionale Stabilität ist ein sehr wichtiger, ernstzunehmender Bestandteil des Coimbraprotokolls.
Und er ist erfolgskritisch.

#stress #entzündung #coimbraprotokoll #lebensstil #entspannung #MS

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