Calcium, Knochendichte, Laktose – häufige Missverständnisse

Calcium, Knochendichte, Laktose – häufige Missverständnisse

Anlässlich einer kürzlich geführten Diskussion möchte ich nochmal einige Missverständnisse zum Coimbraprotokoll und dem Thema Calcium und Knochendichte  aufklären: Die notwendige calciumarme Ernährung ist zwingend notwendig und dient dazu, einer verstärkten Calciumaufnahme aus der Nahrung entgegen zu wirken.

Warum ist das notwendig? Durch hohe Dosen Vitamin D wird Parathormon (PTH) gesenkt. Das wiederum verursacht eine exorbitant erhöhte Aufnahme von Calcium aus der Nahrung. Würde man sich nicht calciumarm ernähren, käme es zur sog. Vitamin D Intoxikation durch Hypercalcämie (zuviel Calcium im Blut). Das kann wiederum die Nieren irreparabel schädigen.

Wird man mit hohen Dosen Vitamin D behandelt, kommt es jedoch trotz calciumarmer Ernährung NICHT zum Calciummangel. Denn die reduzierte Menge wird nahezu 100% aufgenommen (normalerweise nur 30 – 50%).

 

Die Gefahr, langfristig trotzdem einen verstärkten Knochendichteverlust zu haben, kommt durch einen erhöhten Knochenstoffwechsel unter Vitamin D zustande.
Klingt gut, hat aber zwei Seiten: Knochensubstanz wird immer gleichzeitig auf und ab gebaut (osteblastische und osteoklastische Aktivität). Um den Aufabu stärker zu fördern als den Abbau, ist regelmässiger Sport notwendig: 5 x wöchentlich 30 Minuten zügiges Gehen ist das Minimum, Vibraplate oder Trampolinspringen sind zeitsparende Alternativen.

Weitere Informationen zu den notwendigen Lebensstilanpassungen findet Ihr hier.

 

Zweites Missverständnis: Laktose / Milchzucker enthält kein Calcium, kann also grundsätzlich während der Behandlung mit dem Coimbraprotokoll verzehrt werden (verursacht aber vielen Leuten Blähungen auf Grund einer sehr weit verbreiteten Lactoseintoleranz).

5 Comments
  • Irgendeine Userin
    Posted at 11:01h, 19 Februar Antworten

    Danke für diesen Eintrag. Auf Facebook haben leider die kuriosesten Statusmeldungen den meisten Zulauf. Ich habe deshalb (vorerst für die Fastenzeit) meinen FB-Konsum heruntergeschraubt. Es verwirrt mehr, als dass es nützlich ist. Zusätzlich zu den vielfältigen PatientInnen-Einträgen auf FB ist festzustellen, es machen dann doch viele Protokollärzte ihr Eigending aus der Therapieform. Ein Ruhepol an Informationen abseits von Facebook tut der Seele gut.

  • Carsten Ebbinghaus
    Posted at 09:44h, 19 September Antworten

    Hoch interessant. Was aber total außer Acht gelassen wird, ist die Funktion von Menachinon im Bereich Hochdosistherapie D3. Ich habe einen Serumspiegel von >400ng/ml
    und normale Calcium Werte und das bei einer normalen diätfreien Ernährung. Ich supplementiere mit 400 – 800µg Menachinon alltrans täglich.
    Voraussetzung das dieser gemessene Wert stimmt. Denn angeblich gibt es häufig falsch gemessene 25-OH Werte.
    Ich treibe Sport und fühle mich gesund.

  • Doris Karpowitz
    Posted at 17:34h, 31 Mai Antworten

    Guten Tag,
    als MS-Neuling bin ich froh diesen Eintag gefunden zu haben.. Ich habe erst in 1 Woche einen Termin bei einer ausgebildeten Ärztin, denn ich möchte gerne diese Therapie durchführen. Deshalb würde ich mich jetzt schon gerne über die richtige „calcium-arme Ernährung“ schlau machen. Gibt es vielleicht ein entsprechendes Koch-Buch hierzu oder eine Seite die dazu Infos und Rezepte liefert? Ich wäre sehr dankbar für entsprechende Hinweise und/oder Links. Namasté

    • Christina Kiening
      Posted at 18:11h, 31 Mai Antworten

      Hallo Doris,
      die calciumreduzierte Diät wird erst notwendig, wenn Ultrahochdosen Vitamin D eingenommen werden (bitte nicht vorher!). Und sie ist einfach umzusetzen: Tierische Milchprodukte meiden, Nüsse und Samen reduzieren – that’s it!
      Ein Kochbuch gibt es nicht, ist eigentlich auch nicht notwendig. Tierische Milchprodukte kann man durch pflanzliche Alternativen austauschen und ansonsten ganz normal kochen.
      Herzliche Grüße und „happy healing“,
      Christina Kiening

      • Doris Karpowitz
        Posted at 21:08h, 01 Juni Antworten

        Herzlichen Dank für die prompte Antwort und deine guten Wünsche. Doris K.

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