MRT mit oder ohne Kontrastmittel?

MRT mit oder ohne Kontrastmittel?

Diese Frage bewegt vor allem Patienten, die wegen einer Erkrankung an Multipler Sklerose regelmäßig ihr Gehirn untersuchen lassen müssen, um eventuelle neue Entzündungen und Läsionen zu überwachen.

In den vergangenen Jahren wurde von internationalen Gesundheitsbehörden davor gewarnt, dass sich Kontrastmittel mit Gadolinium im Gehirn ablagern können. Zwar wurden bisher keine klaren Schäden dadurch nachgewiesen, aber viele MS-Patienten fühlen sich seit dem noch unwohler vor dem jährlichen MRT-Kontrolltermin und verzichten auf die Gabe von Kontrastmitteln. Ich habe mich auch seit dem letzten Jahr ohne Kontrastmittel untersuchen lassen, zumal mir ein Radiologe sagte, dass er in einem hochauflösenden Gerät auch ohne erkennen kann, ob neue Läsionen entstanden sind und/oder Entzündungen vorliegen.

Folgendes Erlebnis ließ mich diese Entscheidung wieder überdenken: Als wir im Frühjahr bei Dr. Coimbra in Sao Paulo waren, sahen wir eine Patientin, die bereits seit sechs Jahren in Behandlung mit dem Ultrahochdosis-Coimbraprotokoll war und eigentlich nach vier Jahren in stabiler Remission und mit dreimaligem MRT ohne neue Herde oder Aktivität aus der Behandlung entlassen wurde. 

Sie kam zur Kontrolle 2 Jahre später. Im MRT war auf Grund Kontrastmittelaufnahme nachweisbar, dass sie in den alten Herden wieder Aktivität, also eine akute beginnende Entzündung hatte. Keine neuen Läsionen, man hätte ohne KM also denken können: „Alles beim alten, alles gut.“ Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass sie nachlässig geworden war in der regelmäßigen Einnahme der Vitamin D Dosis, sie hatte immer mal wieder tage- und im Urlaub sogar wochenweise die Einnahme ganz unterbrochen. Und hatte ohne Rücksprache die Tagesdosis reduziert sowie Magnesium und Vitamin B2 ganz abgesetzt. Zusätzlich hatte sie sowohl privat als auch beruflich sehr großen Stress: Fehlgeburt, Trennung vom Verlobten und dann Stellenabbau und Jobverlust. Der seelische Stress in Kombination mit ihrem „schlampigen Einnahmeverhalten“ hatte ihre alten Entzündungsherde wieder aktiv werden lasse. Ohne Kontrastmittel wäre das eventuell unerkannt geblieben. 

Dr. Coimbra war stinksauer, dass die Patientin ihre Gesundheit derart aufs Spiel gesetzt hatte und erteilte ihr eine ziemliche Standpuke.

Und ich bin gleich mit ins Gebet genommen worden: Nicht soviel Stress, nicht soviel arbeiten, Erholungsphasen einbauen, die Krankheit weiterhin sehr ernst nehmen, und vor allem die Kontroll-MRTs weiter mit Kontrastmittel anfertigen lassen. Das Coimbraprotokoll bringt zwar in über 90% aller Fälle Autoimmunerkrankungen wie MS zum Stillstand, aber die Remission bedeutet keine dauerhafte Heilung. Wird die individuell notwendige Vitamin D Tagesdosis reduziert, die zur Stabilisierung des Immunsystems dient, so kann die Erkrankung erneut aktiv werden, auch nach vielen Jahren.

Hier wird näher erklärt, welche Arten von Kontrastmitteln es gibt, welche vermieden werden sollten, und welche etwas unbedenklicher sind.

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