Die „K-Frage“…

Die „K-Frage“…

Immer wieder taucht die Frage nach Vitamin K2 auf: Warum ist es kein Bestandteil des Coimbraprotokolls?

Im Internet, speziell in Facebook Gruppen zu Vitamin D, kursiert das Dogma „kein D ohne K“. Es wird oft so verstanden, dass Vitamin D ohne K2 nicht wirken würde. Das ist nicht korrekt. Zur enzymatischen Umwandlung und Wirkung von Vitamin D sind Magnesium und B-Vitamine notwendig, K2 ist für die Wirkung von D erstmal nicht notwendig.

Vitamin K2 hat trotzdem viele gute Eigenschaften, u.a. sorgt es für die Anregung des GLA Matrix Proteins, welches für den Knochenstoffwechsel wichtig ist und die Einlagerung von Calcium im Knochen anregt. Ein Mangel an Vitamin K2 sollte daher auf jeden Fall vermieden werden, tritt jedoch bei gesunder Ernährung selten auf. Vitamin K2 wird vom Darm u.a. aus grünem Blattgemüse, Avocados und Spargel synthetisiert bzw. ist in der „fertigen Form“ in fermentiertem Gemüse und Natto / fermentiertem Soja enthalten.

Auch gibt es Studien über die Wirkung von Menaquinone-7, einer speziellen Form von K2, bei älteren Patienten mit Mangelernährung und Nierenproblemen. Hier konnte beobachtet werden, dass Gefässverkalkung minimiert wurde. Daraus wird nun die generelle Botschaft abgeleitet „Vitamin D ohne MK7 = Gefässverkalkung“. Stimmt nicht für gut genährte Patienten ohne Nierenprobleme.

Es stimmt vor allem nicht, dass Vitamin K2 eine Hypercalcämie verhindern könnte! Dazu ist die calciumarme Ernährung zwingend notwendig bei Einnahme der im Coimbraprotokoll üblichen Hochdosen von > 40.000 ie Vitamin D / Tag.

Zwei deutsche Protokollärzte haben im vergangenen Jahr mit Vitamin K2 / MK7 experimentiert: Eine Coimbraprotokoll-Patientengruppe nahm auf eigenen Wunsch täglich 100 – 400 mcg ein. Es konnten bisher (ca. ein Jahr Beobachtungszeitraum) keine signifikanten Auswirkungen beobachtet werden in Blutwerten oder Knochendichte. Einzelne Patienten mit sehr hohen Calciumwerten zeigten einen minimalen Abfall von Calcium.

Die zweite Patientengruppe nahm je 10.000 ie Vitamin D 100 mcg Vitamin K2 / MK7 ein. In Abhängigkeit von der Vitamin D Tagesdosis kamen 400 – 1800 mcg K2 zum Einsatz. Dieser Versuch musste abgebrochen werden, da alle Patienten mit Vitamin K2 > 500 mcg eine beginnende Hypercalcämie zeigten.

Der Konsens unter den Ärzten, die am Netzwerktreffen der deutschen Protokollärzte teilgenommen haben, ist daher weiterhin die Haltung, die auch Dr. Coimbra einnimmt: Vitamin K2 ist kein Bestandteil des Coimbraprotokolls. Wenn Patienten auf eigenen Wunsch K2 einnehmen möchten, wird von Tagesdosen über 400 mcg abgeraten.

Interessant ist auch dieser Übersichtsartikel von Uwe Gröber (Apotheker und Spezialist für Mikronährstoffe) und Klaus Kisters (Chefarzt für innere Medizin und Nephrologie): 

No Comments

Post A Comment

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Website erhalten Sie "Mehr Informationen". Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen