Vitamin D braucht kein K2

Vitamin D braucht kein K2

Eine der häufigsten Fragen, die mich zum Coimbraprotokoll erreichen, lautet „was ist mit Vitamin K2“?
In diversen Facebookgruppen zu Vitamin D wird immer wieder propagiert, dass mit steigender Vitamin D Dosis auch eine angepasst hohe Dosis Vitamin K2 genommen werden muss. Manche behaupten gar, dass Vitamin D ohne K2 nicht verstoffwechselt werden kann oder sogar toxisch wirke, dass es zu verstärkter Osteoporose oder Arterienverkalkung kommen würde, Bluthochdruck etc., wenn man Vitamin D ohne Vitamin K2 nehmen würde.

Was ist dran an diesen Aussagen?

Es gibt Studien darüber, dass ein Mangel an Vitamin K2 zu „Versteifung“ von Arterien durch Kalkablagerungen führt und in der Folge zu Bluthochdruck. Auch ist es korrekt, dass in Europa viele Menschen unter einem Mangel an Vitaminen der K-Gruppe leiden. Es wurde eine Korrelation von Vitamin K und Vitamin D Mangel und Osteoporose nachgewiesen (ein Mangel an Vitamin D führt generell zu Osteoporose, weil dann kein ausreichender Calciumspiegel im Blut vorhanden ist und keine Einlagerung in den Knochen stattfindet).
Was nicht richtig ist, ist die Abhängigkeit von Vitamin D und Vitamin K2: Damit das Prohormon Vitamin D3 im Körper in das hormonell wirksame aktive Calcidiol (25(OH)Vitamin-D3) umgewandelt wird, braucht es vor allem Magnesium und Riboflavin als Co-Faktoren. Beide sind essentiell wichtig, um ausreichende Mengen des aktiven Vitamin D (Calcidiol) zu bilden. Durch das aktive Vitamin D wird der immunregulierende Effekt erzielt. Darum sind dies auch die wichtigsten Co-Faktoren im Coimbraprotokoll. Aktuell wird noch die Abhängigkeit mit Vitamin A diskutiert, wurde jedoch von Dr. Coimbra noch nicht erforscht. Vitamin K2 ist nicht notwendig für die enzymatische Umwandlung und Wirksamkeit von Vitamin D. Nichts desto trotz ist es ein hilfreiches Vitamin, das vor allem in grünem Blattgemüse zu finden ist.

Den Effekt, dass Vitamin K2 verstärkt Calcium in den Knochen einlagert und damit Osteoporose bei dauerhaft sehr hohen Dosen Vitamin D verhindern kann, konnte Dr. Coimbra weder in der Forschung noch in der Praxis nachvollziehen. Er hat daher Vitamin K2 nicht zu einem Bestandteil des Coimbraprotokolls gemacht. Um die erhöhte Gefahr von Osteoporose unter sehr hohen Dosen Vitamin D zu verhindern gibt es andere Maßnahmen:

– Überwachung durch einen geschulten Arzt: PTH, Calcium und andere Parameter werden in einem sensiblen Gleichgewicht gehalten. Die Tagesdosis Vitamin D wird inidividuell für jeden Patienten angepasst analog seiner persönlichen Verwertungsstörung. Dabei wird gleichzeitig sichergestellt, dass der Elektrolythaushalt im Körper ausbalanciert bleibt und die Nieren geschützt sind.

– Sport: Wer 5 x pro Woche mindestens 30 Minuten walken geht oder 20 Minuten auf einem Trampolin springt oder 10 Minuten auf der Vibraplate trainiert verhindert nicht nur Knochenabbau, sondern stimuliert Knochenaufbau.

– Magnesium: Ist für die Stabilität und Flexibilität des Knochens mindestens so wichtig wie Calcium. Da es gleichzeitig für die enzymatische Umwandlung von Vitamin D von großer Bedeutung ist und auch noch die Nerven stabilisiert ist es DER Co-Faktor im Coimbraprotokoll.

Sehr gut erklärt werden diese Zusammenhänge in einem Vortrag von Uwe Gröber beim Kongress für menschliche Medizin 2016.

 

 

 

1Comment
  • Beøs Valrah
    Posted at 17:54h, 19 November Antworten

    Sie schreiben: „Vitamin K2 ist nicht notwendig für die enzymatische Umwandlung und Wirksamkeit von Vitamin D. Nichts desto trotz ist es ein hilfreiches Vitamin, das vor allem in grünem Blattgemüse zu finden ist.“

    Das stimmt allerdings so nicht. In grünem Blattgemüse kommt ausschließlich Vitamin K1 (Phyllochinon) vor. Vitamin K2 (Menaquinon) hingegen findet sich in fermentierten Lebensmitteln (z.B. Käse) und Fleisch.

    Viele Grüße

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