Das Coimbraprotokoll

 

Dr. Coimbra hat das Behandlungsprotokoll mit Ultrahochdosen Vitamin D seit 2002 erforscht, beständig weiterentwickelt und an mehreren tausend Patienten erfolgreich angewandt.

 

Am Anfang stand die Zufallsentdeckung, dass unter höheren Gaben von Vitamin D an Parkinson Patienten, die zusätzlich  an Vitiligo und Psoriasis erkrankt waren, Hautläsionen abheilten. Dr. Coimbra vertiefte sich daraufhin in die Grundlagenforschung zu Vitamin D und nahm eigene Forschung vor. Dabei entdeckte er, dass es zahlreiche genetische Mutationen gibt, die zu einer Verwertungsstörung von Vitamin D im Körper führen können. Menschen mit dieser Verwertungsstörung haben einen signifikanten Mangel an hormonell wirksamem aktiven Vitamin D (Calcitriol). Selbst dann, wenn im Blut oder Fettgewebe eine ausreichende Menge des Prähormons Vitamin D3 (Cholecalciferol) vorhanden ist, können sie keine ausreichende Menge des aktiven Vitamin D (Calcitriol) herstellen. Da Vitamin D jedoch u.a. für die Regulation des Immunsystems von grundlegender Bedeutung ist, kommt es bei lange bestehendem Mangel zu Autoimmunerkrankungen.
Nach und nach fand Dr. Coimbra heraus, wie man die individuell notwendige Tagesdosis von Vitamin D berechnen kann, ohne ernste Nebenwirkungen zu erzielen. Um Patienten auf die optimal wirksame, nebenwirkungsfreie Tagesdosis einzustellen, sind zu Beginn der Behandlung drei- bis vier Blutbild- und Urinkontrollen notwendig. Dabei wird vor allem der Spiegel des Parathormons (PTH) als Indikator für die optimale Wirksamkeit und Sicherheit von Vitamin D gemessen.

 

Um Schäden an den Nieren zu vermeiden, müssen Patienten eine calciumarme Diät einhalten: Hohe Dosen Vitamin D und ein Absenken des PTH führen dazu, dass übermäßig Calcium aus der Nahrung aufgenommen wird. Zusätzlich ist eine tägliche Trinkmenge von mindestens 2,5 Litern notwendig, um die Ausscheidung von Calcium über die Nieren sicher zu stellen. Regelmäßiger Sport ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Coimbraprotokolls. Dadurch wird der Abbau von Knochensubstanz verhindert und die Bildung neuer Gehirnzellen angeregt. Entspannung und seelische Ausgeglichenheit werden betont, um hormonelle Stressreaktionen zu verhindern.

 

Abgerundet wird das Coimbraprotokoll durch eine Kombination verschiedener Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die für eine optimale Funktion des Vitamin D Stoffwechsels sorgen. Jedoch gehen ca. 90% der Wirkung auf die optimale individuelle Dosis Vitamin D zurück. Nach bisheriger Einschätzung ist die Therapie lebenslang fortzuführen. Es liegen bisher Langzeiterfahrungen von bis zu 15 Jahren vor. Dr. Coimbra und sein Team haben bisher über 5.000 Patienten behandelt. Weltweit wird die Zahl der mit dem Coimbraprotokoll behandelten Patienten auf knapp 20.000 geschätzt (Umfrage unter allen weltweit zertifizierten Ärzten aus 02/2017).

 

Das Coimbraprotokoll setzt an der Wurzel aller autoimmunen Reaktion an und wirkt daher bei allen bisher bekannten Autoimmunerkrankungen. Die in der Klinik von Dr. Coimbra am häufigsten behandelten Erkrankungen sind Multiple Sklerose (alle Verlaufsformen), rheumatoide Arthritis, Spondylarthrose, Psoriasis, Vitiligo, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa und Lupus. Dr. Coimbra ordnet Fibromyalgie und CFS (Chronic Fatigue Syndrom) ebenfalls als Erkrankungen des autoimmunen Formenkreises ein und erzielt auch hier in über 90% aller Fälle volle Remission.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: Interview mit Dr. Coimbra http://www.vitamind.net/interviews/coimbra-ms-autoimmun/

 

ABLAUF DER BEHANDLUNG MIT DEM COIMBRAPROTOKOLL

 

Um auf das Protokoll eingestellt zu werden braucht es vier Blut- und Urinkontrollen und Termine beim ausgebildeten Protokollarzt über einen Zeitraum von einem Jahr:

Als erstes wird ein Basis Blutbild erstellt, um die Gesundheit von Nieren, Schilddrüse, Leber und anderen Faktoren zu prüfen. Außerdem wird der Basiswert des Parathormons, Calciums und weiterer Blutbestandteile bestimmt, die zur Dosisfindung für die optimale Vitamin D Tagesdosis benötigt werden. Diese Untersuchungen kann auch ein Hausarzt vor Ort erstellen, die Liste mit den benötigten Blutwerten erhält ein Patient vor Beginn der Behandlung bei Terminvereinbarung vom Protokollarzt.

 

Mit den ermittelten Basiswerten geht es zum Ersttermin zum Protokollarzt (in Deutschland ist leider zurzeit noch gesetzlich vorgeschrieben, dass zu Behandlungsbeginn ein persönlicher Termin stattfinden muss, danach ist auch eine „Fernbehandlung“ per Telefon oder Skype möglich). Er legt die Einstiegsdosis Vitamin D anhand der persönlichen Parameter des Patienten fest und informiert ausführlich über Ernährung, Trinken, Sport, Stressprävention und Zusatznährstoffe.

 

Nach frühestens sechs Wochen und spätestens 2-4 Monaten wird erneut ein Blutbild und eine 24h-Urinkontrolle durchgeführt. Die Tagesdosis Vitamin D wird in Abhängigkeit von den Blut- und Urinergebnissen angepasst. Möglicherweise werden notwendige Veränderungen in der Ernährung oder Anpassungen der Nahrungsergänzungsmittel besprochen.

 

Nach zwei bis drei Monaten erfolgt eine erneute Kontrolle, ggf. nochmal Dosisanpassung. Dasselbe Spiel nach sechs Monaten. Da wird dann die endgültige Dosis bestimmt. Zu diesem Zeitpunkt sollte schon die volle Wirkung des Vitamin D inklusive Schubfreiheit und beginnendem Rückgang jüngst entstandener Symptome eingetreten sein.

 

Nach einem Jahr erfolgt nochmal eine Kontrolle zur Sicherheit. Manchmal muss auch nochmal die Dosis angepasst werden, weil der Körper erst jetzt sein endgültiges Fließgleichgewicht aller Wirkstoffe erreicht hat. Die meisten Patienten benötigen nochmal höhere Tagesdosen, da oft der PTH-Spiegel wieder anzusteigen beginnt.

 

Wenn alle Werte „im grünen Bereich“ sind und keine Krankheitsaktivität mehr feststellbar ist, erfolgen nur noch Kontrolltermine im Abstand von zwei Jahren.Die individuelle Vitamin D Dosis muss nach aktuellem Kenntnisstand lebenslang eingenommen werden, auch die notwendige Diät, Trinkvorschriften und Sport müssen weiter eingehalten werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

 

UNGEFÄHRE KOSTEN

 

Zur Zeit erstatten Krankenkassen die Behandlung mit dem Coimbraprotokoll noch nicht. Die Kosten sind daher privat zu tragen, halten sich jedoch im überschaubaren Rahmen. Die Erstanamnese, die folgenden Beratungsgespräche beim Arzt und die notwendigen Untersuchungen werden als privatärztliche Leistung nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abgerechnet. In der Regel fallen ca. € 150,- pro Stunde an.

 

Der Ersttermin ist relativ lang und dauert zwischen 90 – 120 Minuten: Es wird ausführlich über die Grundlagen und Funktionsweise der Behandlung gesprochen und die notwendigen Lebensstilanpassungen werden erklärt. Außerdem findet eine Untersuchung des aktuellen Gesamtgesundheitszustandes sowie eine gründliche Anamnese des bisherigen Krankheitsverlaufs statt. Der Protokollarzt behandelt aktuell auf Rechtsgrundlage der WMA Helsinki Deklaration 37, also strenggenommen im Rahmen einer Behandlungs-Studie. Das schützt den Patienten und regelt genau, welche Eckdaten der Behandlung und des Verlaufs protokolliert werden müssen.

 

Die Kontrolltermine sind wesentlich kürzer und damit günstiger. Hier wird kurz die bisherige Entwicklung besprochen und protokolliert und dann auf Basis der Analyse von Blut- und Urinwerten die Vitamin D Tagesdosis angepasst.

 

Auch die Kosten für Blut- und Urinuntersuchungen werden bisher nicht von den Krankenkassen erstattet. Hier ist jeweils mit ca. € 80 – 95 zu rechnen.

Die Kosten für das Vitamin D und die Nahrungsergänzungsmittel bewegen sich im Rahmen von € 70 – 100 pro Monat.

Was erwartet Patienten in den ersten Monaten?

 

Bis sich ein ausreichender Vitamin D Spiegel im Blut gebildet hat vergehen je nach Ausgangslage einige Wochen. Sobald dieser Punkt erreicht ist, berichten die meisten Patienten von einer Zunahme von Energie und Wachheit, Verbesserung des Schlafs und der Erholungsfähigkeit. Auch empfinden viele schon nach wenigen Wochen eine positive Stimmungsveränderung, Zitat einer MS-Patientin: „Plötzlich ist nach Jahren der energielosen, depressiven Grundstimmung in mir wieder die Sonne aufgegangen.“

 

Wer unter Blasenfunktionsstörungen leidet, die oft mit einer MS-Erkrankung einhergeht, hat zu Beginn der Behandlung manchmal mit der erhöhten Trinkmenge zu kämpfen. Eine erste Verbesserung gibt es hier auch meist nach wenigen Wochen: Der Körper entwickelt zum einen etwas mehr Durst, was das konsequente Trinken erleichtert. Zum anderen passt sich die Blase ein Stück weit an die grössere Urinmenge an, so dass die Inkontinenz nicht mehr schlimmer wird. Etliche Patienten erleben nach einigen Monaten eine deutliche Verbesserung von Dranginkontinenz und Blasenspastik, sobald der Heilungsprozess an Gehirn- und Rückenmarksläsionen einsetzt.

 

Oft vergehen nach dieser Phase der neuen Energie weitere zwei bis drei Monate, bis andere Veränderungen einsetzen. Der Körper beginnt, ein neues hormonelles Gleichgewicht zu finden. In dieser Zeit können vereinzelt Hautunreinheiten oder Stimmungsschwankungen auftreten, ähnlich wie es in der Pubertät der Fall ist. Manchmal beginnt auch schon eine Veränderung von bisherigen Symptomen, die jedoch noch nicht stabil ist. Es kann wie ein „Auf und Ab“ erlebt werden: Symptome werden tageweise besser, dann wieder schlechter, alte Symptome aus vorherigen Schüben können in leichter Form wieder aufflackern (aber nie so schlimm, wie es im Schub der Fall war).  Kurz darauf kommt es in der Regel zu einer deutlich spürbaren Verbesserung des Gesamtbefindens und einer stabilen Heilung von bisherigen Symptomen. Eine erfahrene Protokollärztin aus dem Bereich der Schmerztherapie erklärte mir diesen Prozess als eine Art „Heilungsschmerz“: Aus der Grundlagenforschung wissen wir, dass Vitamin D die Neubildung von Gehirn- und Nervenzellen fördert sowie Myelinschäden beheben kann. Das kann jedoch vorübergehend zu Störungen der Reizweiterleitung führen, die neben dem Aufflackern alter Symptome auch leichte Schmerzen verursachen kann (Ziehen, Brennen etc.). Ich habe mir dies als „Kabel neu verlegen“ und „Leitungen neu isolieren“ vorgestellt, was ja erfahrungsgemäß zu einem stundenweisen Ausfall des Stromnetzes führen kann… 🙂

 

Der Prozess des „Auf und Ab“ tritt nicht bei allen Patienten auf. Vor allem jene, die bisher wenig Einschränkungen hatten, erleben logischerweise auch weniger „Heilungsschmerz“ oder Symptomreaktivierungen. Sollte so eine Phase beginnen, ist das meist zwischen dem 3. – 4. Monat und kommt in der Regel zwei bis drei Monate später zum Stillstand.

 

Dies ist der Moment, in dem Vitamin D seine volle Wirkung erreicht, das Immunsystem ausbalanciert ist und Remission beginnt. Die Autoimmunerkrankung ist gestoppt, es wird keine weitere Krankheitsprogression mehr erfolgen, keine neuen Schübe mehr eintreten, und es beginnt der stabile Aufwärtstrend. Dieser Zeitpunkt wird je nach korrekter Dosisfindung und Erfahrung des begleitenden Arztes ca. zwischen dem 6. – 8. Monat der Behandlung erreicht, in Ausnahmefällen kann es bis zu einem Jahr dauern. Ab sofort werden die Schäden der letzten 12 – 24 Monate durch die Wirkung des Vitamin D und der weiteren Co-Faktoren stabil ausgeheilt. Es bilden sich daher auch regelmäßig die Symptome zurück, die in dieser Zeit entstanden sind.